Wertegrundlage

Dialog – Sprache – Toleranz

An der Deutschen Schule Tingleff dienen die folgenden Wertevorstellungen als Arbeits- und Umgangsgrundlage. An der Ausarbeitung unserer Wertegrundlage waren sowohl Schulvorstand, Personal als auch Schülerschaft beteiligt.

Wie stellen wir uns Dialog, Sprache und Toleranz im Schulalltag vor?

Dialog bedeutet für uns in erster Linie eine Art von Austausch. Ein verbaler Austausch von Meinungen, Fragen, Sichtweisen, Interessen usw., bei dem wir einander zuhören. Im besten Fall kann so auch indirekte Einflussnahme ausgeübt werden. Dialog ist nicht zu verwechseln mit Diskussion, wo es darum geht, den anderen von seinem Standpunkt zu überzeugen. Es geht um einen respektvollen Austausch, interessiertes Nachfragen und Wundern. In einem Dialog werden unterschiedliche Meinungen anerkannt und respektiert.

 

Was hat es mit der Sprache auf sich?

Bei Sprache denken wir sowohl an unsere Alltags- bzw. Unterrichtssprache. Hier können Deutsch, Dänisch und Sønderjysk genannt werden. Alle drei sind bei uns zugegen – in ganz unterschiedlichem Maße. Dies zeichnet uns und die Region aus. Es geht jedoch auch um Höflichkeitsformen und um den Ton, der die Musik macht. An der DST soll ein vernünftiger Umgangston gepflegt werden. Dies versuchen wir den Schülerinnen und Schülern auch so zu vermitteln. D.h. zum Beispiel, dass Ausdrücke wie „fuck“, „hold kæft“ usw. nicht zu unserer Umgangssprache gehören sollen. Wir halten uns also gegenseitig dazu an, einen ordentlichen Umgangston zu nutzen.

 

Und die Toleranz?

Toleranz ist das Akzeptieren dessen, was von der Norm abweicht. Dies kann der kulturelle Hintergrund, Religion oder eine andere Anschauung sein, aber auch die Art und Weise, wie man ist. Auf diese Weise möchten wir Vielfalt anerkennen und das Miteinander in und außerhalb der Schule stärken. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir alles und jedes Verhalten tolerieren.

 

Eine Wertegrundlage dient als Richtschnur bzw. als grundlegendes Fundament für den Umgang miteinander. Sie dient auch dazu, klarzustellen, was man von den am Schulleben beteiligten Personen erwarten kann und soll.

 

Neben den obigen Werten sind weitere Dinge wichtig. Die folgenden Formulierungen wurden maßgeblich durch die Partizipation der Schülerschaft geprägt.

 

  • Zwei Kulturen – Gemeinschaft durch Sprache

Unsere Schülerschaft ist heterogen, was den kulturellen und sprachlichen Hintergrund angeht. Viele sind zweisprachig, andere fühlen sich im Deutschen oder Dänischen mehr zu Hause. Wiederum andere sprechen auch noch sønderjysk. Wir verstehen uns als Schule des Deutschen Schul- und Sprachvereins und damit auch der deutschen Minderheit. Uns ist es auch wichtig, dass wir als Bestandteil einer Gemeinschaft in und um Tinglev wahrgenommen werden. Hierbei sind Sprachfertigkeiten der Schlüssel zur Verständigung zwischen deutsch- und dänischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

 

  • Offenheit

Wir streben es an, einander gegenüber offen zu sein. Schülerinnen und Schüler teilen sich dem Personal mit. Dieses wiederum interessiert sich für die Dinge und Belange, welche unsere Schülerschaft bewegt. Wir möchten einander vertrauen können und ehrlich sein. Man soll offen seine Meinung sagen können. Auch möchten wir offen hinsichtlich neuer Unterrichtsinhalte und -formen sein.

 

  • Geborgenheit und Vertrauen

Egal ob deutsch, dänisch oder etwas ganz anderes. Bei uns möchten wir uns sicher fühlen können. Wir sind alle unterschiedlich und haben das Recht, dies zu sein. Sowohl in den Klassen als auch an der gesamten Schule. Jede Person an unserer Schule hat das Anrecht auf angstfreie Lern- und Arbeitsbedingungen.

 

  • Lernen und Entwicklung

Schule trägt nicht nur zum Wissenszuwachs, sondern auch zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Wir möchten, dass die Schülerinnen und Schüler so viel Freude wie möglich am Lernen haben. Hierfür versuchen wir an die Lebenswelt der Schüler anzuknüpfen und den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten. Wir möchten die Kinder dabei unterstützen, selbstständige Lerner zu werden.

 

  • Identifikation mit der Schule

Für uns ist es ein Gewinn, an einer deutschen Schule in Dänemark zu lernen. Zweisprachigkeit, Freude am Lernen und Gemeinschaft sind uns wichtig. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen sich zugehörig und als wertvoller Teil der Schule verstehen.

 

  • Fachkompetenz

Nicht jeder muss alles wissen, jedoch ist ein gewisser Grad an Fachkompetenz unumgänglich. Durch eine angstfreie, entspannte und freundliche Lernatmosphäre sollen Inhalte vermittelt werden. Dabei versuchen wir, den Zeitdruck so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Sowohl Kinder als auch Erwachsene dürfen und sollen Fehler machen, damit aus ihnen gelernt werden kann.

 

  • Respekt

Respekt an den Tag legen zu können, ist Teil unserer Sozialkompetenz. Dieser muss von allen Beteiligten ausgehen. Das Personal behandelt alle Schülerinnen und Schüler gleich, indem Fairness und Transparenz gelebt werden. Wir erwarten einen respektvollen und empathischen Umgang und eine aktive Mitarbeit der Eltern, um einen gelungenen Schulalltag und einen Lernzuwachs der Kinder zu gewähren.